THUN Familiengeschichte

Überblick über die Besitzungen der Familie Thun

Die Familie Thun kam ausgehend vom 12. Jahrhundert in den Besitz von zahlreichen Burgen, Schlössern und Herrschaften. Vom italienischen Nonstal aus zog sie die Fäden über ein Netz von Besitzungen und den dazugehörigen Privilegien. Mit der Ausweitung ihres Einflussgebietes im 13. und 14. Jahrhundert verstreuten sich diese auf das ganze Gebiet des historischen Tirols. Die Aufteilung der Familie in drei Linien (Linien, Äste, Zweige) welche sich Ende des 16. Jahrhunderts vollzog, tat der Machtausweitung keinen Abbruch: Mit der Niederlassung einer Linie in Böhmen 1628 konnten weitere Anlagen in Familienbesitz gebracht werden bis schlussendlich im 18. und 19. Jahrhundert der Höhepunkt der Machtausweitung erreicht wurde. [1] Im Folgenden sind nun jene Schlösser und Burgen aus dem Thun-Besitz aufgelistet [2], und, sofern sie vorhanden sind, mit Bildern dokumentiert. Die Bilder (und die Liste der Besitzungen) stammen alle aus der „Thuniana“, einer umfangreichen Foto- und Dokumentensammlung, welche Roderich und sein Bruder Othmar Thun  in den 1930- und 1940er-Jahren angelegt haben. [3] Die Zeit, in welcher die entsprechenden Liegenschaften im Besitz der Familie lagen, ist damit nur bis ans Ende der 1930er-Jahre gegeben. Soweit möglich, wurden die Besitzverhältnisse bis heute geklärt.

Italien:

Autonome Provinz Bozen:

Schloss Ehrenburg: 1538-1547                                        
Schloss Englar: 1528-1588, ?-1621
Schloss Goldrain: ?
Haderburg: 1632-1648
Schloss Kampan: 1598-1641
Castel Katzenzung: 1496-1517
Ansitz Kellerburg: 1608-1635
Schloss Maretsch: 1658-1851
Burg Reineck: 1609-1635
Burg Stein am Ritten: 1429-1551
Schloss Summersberg: 1458-1551
Burg Welsberg: ? – Gegenwart

Autonome Provinz Trient:

Burg Altaguardia: 1383-1870
Castel Belfort: 1429-1450
Castel Bragher: 1321- Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Castel Cagno: 1464-?
Castel Caldes: 1464-1870
Castel von Castelfondo: 1480er – Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Castel Croviana: 1650-1870
Castel Ivano: 1421-1487
Faedo (Königsberg): 1407-1453, 1474-1564, 1629-1648
Novesimo: 1233- Vorkriegszeit/1940er-Jahre
S. Pietro: 1338- Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Rochetta
Castel Thun: 1267-1982 Castel Telvana: 1672-?
Torrefrancia: 1449-? Castel Vigna: 1612-?
Castel Visione: 1199- Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Castello di Zoccolo: 1447-?

Österreich:

Schloss Achleithen: 1692
Fragenstein: 1525-1537
Mariastein: 1550-1558
Schloss Weissenau: 1919-Gegenwart

Tschechien:

Die Burgen und Schlösser in Böhmen kamen mit der Machtübernahme der Kommunisten 1948 in Staatsbesitz. [4] Nach dem Niedergang des Kommunismus 1989 folgten etliche Ansuchen adeliger böhmischer Familien auf Rückerstattung ihres Besitzes. Die Familie Thun-Hohenstein entschied sich aber anders: Thomas Thun wies, anlässlich eines Besuches beim tschechischen Präsidenten Václav Havel, diesen darauf hin, dass die Familie auf die Rückgabe ihres konfiszierten Eigentums verzichte. [5].

Linie Klösterle:
Klösterle: 1623-Vorkriegszeit/1940er-Jahre                                                 
Sehuschitz: 1661-Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Bensen: 1631-Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Fünfhunden: 1630- Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Hainsbach:1846- Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Zbozi: 1846- Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Swetla: 1846- Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Habern: 1623- Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Großkuntschitz: 1893-Vorkriegszeit/1940er-Jahre

Linie Tetschen:
Tetschen: 1628-1933
Eulau: 1628-Vorkriegszeit
Perutz: 1814-Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Großdikau: 1846-1921
Bünauburg: 1628-Vorkriegszeit/1940er-Jahre Kwassitz: 1845-Vorkriegszeit/1940er-Jahre Zdounek: 1845-1872 Morkowitz: 1845-1911

Linie Ronsberg:
Ronsberg: 1805-1864
Benatek: 1825-1887
Liblitz: 1874-Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Stefan: 1874-Vorkriegszeit/1940er-Jahre

Linie Castelfondo:
Katschina: 1913-Vorkriegszeit/1940er-Jahre
Neuhof: 1913-Vorkriegszeit/1940er-Jahre

[MS]

  1. [1] Es gibt zwar genügend Abhandlungen über einzelne Schlösser und Burgen der Familie, ein entsprechender, wissenschaftlich ausgearbeiteter Gesamtüberblick fehlt aber.
  2. [2] Die Aufzählungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
  3. [3] Sie ist heute im Besitz von Peter Thun . Der Begriff „Thuniana“ bezeichnet eine Ansammlung von Dokumenten über die Familie Thun, von denen es einige gibt wie beispielsweise im Trientner Landesarchiv.
  4. [4] Siehe Janzer, Till, Zeit des Niedergangs – der böhmische Adel im 20. Jahrhundert, in: Krupičk, Miroslav, Radio Prag. In: [http://www.radio.cz/de/artikel/111656], Abrufdatum 9.9.2010.
  5. [5] Siehe Thun-Hohenstein, Georg, Die Familie Thun in Böhmen. Ansprache am 12. August 2004 in den Räumen der Hamburger Treuhand Gesellschaft Schomerus & Partner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft anläßlich einer Veranstaltung der Deutsch-Tschechischen Gesellschaft. In: Hamburger Treuhand Gesellschaft Schomerus & Partner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, in:[http://www.schomerus.de/pdf/Ansprache_120804.pdf], Abrufdatum 15.9.2010.